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  "Armut geht uns alle an!"

Die Partei Soziale Gerechtigkeit Nordrhein Westfalen (SG-NRW) und der DGB Ortsverband Dülmen hatten zur Podiumsdiskussion - Armut geht uns alle an – in Dülmen geladen.

Die Moderation übernahm Ratsmitglied Hartmut Tolksdorf.

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Über 40 Personen beteiligten sich aktiv an einer lebhaften Diskussion in der u.a. Axel Winter als Hartz IV Berater und Dr. Holger Alexi als Hartz IV Empfänger aus dem wirklichen Leben erzählten, was es bedeutet Arm zu sein und von den tatsächlichen Gegebenheiten berichteten.

Auch das öffentliche Bild das systematisch installiert wird wurde angeprangert. Nein Hartz IV Empfänger sind keine Abzocker, Trinker und faul. Hartz IV Berater Axel Winter teilte mit das er in den vielen Jahren Beratungstätigkeit keinen einzigen Fall von Missbrauch hatte.

Im Gegenteil Hartz IV Empfänger müssen zunehmend um ihr Recht kämpfen und es Gerichtlich einfordern. Zudem haben die Kontrollen, Bevormundung und Deckelung ausufernde Formen angenommen, bis hin zum gerade ausgesprochenen Urteil in Köln bezüglich Glücksspielverbot für Hartz IV Empfänger.

Danach dürfen Leistungsbezieher nicht einmal mehr einen Lottoschein abgeben.

„Wo bleibt da die Würde des Menschen wenn man das alles so hört“ fragte ein Zuhörer entrüstet. Der DGB Ortsverband Dülmen Vorsitzende, Ortwin Bickhove-Swiderski, brachte den Publikum den Standpunkt des DGB näher und verwies u.a.  auch auf die Kinderarmut in der Stadt Dülmen. „350 Kinder hier in Dülmen sind registriert als Arm, die Dunkelziffer wird noch wesentlich höher sein. Was diese Zahl nicht verrät, ist die soziale Ausgrenzung. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“

Helmut Geuking Parteivorsitzender SG-NRW mahnte zum ehrlichen Umgang mit dem Thema Armut an. „Auch Dülmen muss registrieren das Armut hier vor Ort präsent ist. Ja diese Stadt ist Arm und hat Armutsprobleme. Konkreter gesagt alle Personen die hier vor Ort als Arm registriert sind könnten das gesamte Stadtgebiet Rorup bevölkern.“

Joachim Gogoll Attac Kreissprecher mahnte an das die Bürger sich mehr bewegen müssen. „Genauer betrachtet hat diese jetzige Regierung nicht einmal zusammen  35 % der Bevölkerung hinter sich. Eine Minderheit regiert quasi Deutschland, und wir dulden es.

Diese Regierung hat Gelder für alle, Bänker, Großindustrie und Spitzenverdiener, aber eben nur nicht um die Armut zu bekämpfen.

Menschen werden untereinander ausgespielt, wozu auch die Medien ihren Beitrag leisten. Aber es liegt doch auch irgendwie an uns alle! Wir nehmen dieses nicht nur so hin, nein viel zu viele  Menschen bringen sich nicht nach ihren Möglichkeiten ein. Halten still und lassen es über sich ergehen. Wir alle müssen mehr tun."

Diesen Aufruf folgten ganz spontan einige Teilnehmer, sie vereinbarten sich regelmäßig zu treffen um eventuell einen Initiativkreis zu gründen. Ein Zuhörer teilte mit, dass dieser Abend schon längst überfällig war, damit sich endlich auch mal was in Dülmen bewegt.

Ein anderer bemängelte das die Banken die kleinen Leute mit Dispozinsen abzocken. „Nur Arme müssen den Dispo in Anspruch nehmen und dafür teilweise 15% und mehr an Zinsen berappen.“

Ein Teilnehmer warf noch ein das man von „Wutbürger“ zum „Mutbürger“  werden muss. Mut sich zu Outen und Mut etwas zu unternehmen.

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Alle Anwesenden waren sich einig, ein durch und durch gelungener Abend mit konkreten Ergebnissen.

 

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